Mit dem Forward Darlehen langfristig sparen

Forward Darlehen – Die wirtschaftliche Entwicklung, bzw. Konjunktur ist laufend in Bewegung und damit steigen und fallen auch die Zinsen. In Zeiten niedrigster Zinsen besteht die Tendenz, dass viele Immobilienkäufer und Hauskäufer Darlehen und Kredite gerne bis zum Limit aufnehmen. Denn was kann man denn schon falsch machen bei einem Zins von 1%? Diese Überlegung ist einerseits nachvollziehbar, birgt aber auch große Gefahren.

Oft werden Immobilienfinanzierungen mit flexiblem Zinssatz oder z.B. mit einer Zinsfestschreibung von nur 5 Jahren oder noch weniger abgeschlossen. Die Zinsen sind bei 5 jähriger Zinsbindung günstiger als bei der 10 jährigen Zinsbindung. Nach 5 Jahren ist aber in der Regel erst ein geringer Teil der Schulden getilgt. Wenn sich aber innerhalb dieser Zeitspanne die Zinsen z.B. von 2.5 auf 4 oder 5% erhöhen, kann dieses für manch unerfahrenen Immobilienkäufer zum finanziellen Destaster werden. Alte Hasen im Immobiliengeschäft kennen noch die Zeiten, in denen die Kreditzinsen bei 7% und höher lagen. Kreditnehmer die auf Nummer Sicher gehen achten bei günstigen Zinsen auf eine möglichst lange Zinsbindung.

 

Mit Forward Darlehen beruhigt in die Zukunft blicken

Wenn nun die Zinsbindung langsam ihr Ende erreicht und der Zins aber gerade aktuell interessant aussieht, kann der Kreditnehmer ein Forward Darlehen beantragen. Er sichert sich damit den Zins für den Zeitraum nach der Zinsbindung. Er läuft damit nicht die Gefahr am Ende der Zinsbindung sich nach einer Anschlussfinanzierung umsehen und ggf. jeden Zinssatz akzeptieren zu müssen, der gerade aufgerufen wird.

Bei einem Forward Darlehen handelt es sich um ein Annuitätendarlehen im Rahmen einer Immobilienfinanzierung, das dem Darlehensnehmer erst nach einer bestimmten Vorlaufzeit ausgezahlt wird. Der Zeitraum zwischen Vertragsabschluss und Auszahlung wird als Forward Periode bezeichnet. Während der Forward Periode werden keine Bereitstellungszinsen oder Kreditzinsen berechnet.

Mit Forward Darlehen sich vor steigenden Zinsen absichern

Diese Zinssicherheit erkauft sich der Darlehensnehmer mit einem gewissen Zinsaufschlag. Der Aufschlag wiederum ist abhängig von der aktuellen Zinssituation und der Dauer der Forward-Periode. Mit dem Forward Darlehen sichert sich der Kreditnehmer gegen steigende Zinsen ab. Wenn nun aber das Zinsniveau sinkt, muss der Darlehensnehmer den Kredit trotzdem aufnehmen oder der Bank einen Schadenersatz leisten, die Nichtabnahmeentschädigung.

Langfristiges Denken und Planen schützt vor Überraschungen

Investments in Immobilien sind immer langfristig ausgerichtet. Insgesamt ist der Hausbauer oder Immobilienkäufer gut beraten auch hinsichtlich der Finanzierung langfristig zu denken und die Zinsen in Zinsniedrigphasen möglichst langfristig zu sichern – selbst wenn dieses seitens der Zinsen etwas teuerer ist. Sollte der Kreditnehmer das Bestreben haben, das günstige Zinsniveau möglichst intensiv auszuschöpfen, dann sollte er im Zeitraum der Zinsbindung einen möglichst hohen Teil des Kredites abtragen, um sich nicht in eine Zinsfalle bei steigenden Zinsen zu begeben. Zusätzlichen Schutz bietet dabei das Forward Darlehen für die Zeit nach der ersten Zinsbindung.