Geschäftskredit – Kredit für Selbstständige und Freiberufler

Geschäftskredite sind Kredite, die im geschäftlichen Bereich Anwendung finden. Sie werden von verschiedenen Kreditinstituten – ähnlich wie Kredite für private Verbraucher – in verschiedenen Varianten angeboten, die sich nach ihrer Verwendung unterscheiden. Allerdings ist es auch so, dass es Selbstständige nicht ganz leicht haben, günstige Kredite zu finden. Die meisten Banken fordern Sicherheiten, die insbesondere ein junges Unternehmen noch nicht bieten kann. Außerdem geht es bei einem Geschäftskredit meistens um höhere Darlehenssummen im Bereich von vielen Tausend Euro. Aufgrund des höheren Risikos sind die Zinsen für Geschäftskredite in der Regel höher als bei einem klassischen Verbraucherkredit. Die Lösung ist die Nutzung unseres Kreditrechners, der die entsprechenden Angebote der Banken miteinander vergleicht. Doch worauf ist zu achten?

Geschäftskredit vs. Konsumentenkredit – was ist anders?

Der größte Unterschied befindet sich in der Kredit-Sicherung. Anders als bei einem klassischen Verbraucherkredit, für den bereits der Nachweis einer Festanstellung reicht, muss ein Geschäftskredit abgesichert sein. Das sind nicht zwangsweise Immobilien, Kapitallebensversicherungen oder Wertpapiere, sondern es reicht auch der Nachweis einer soliden und dauerhaften Geschäftstätigkeit. Diese sollte im Idealfall seit mindestens drei Jahren bestehen und wird mit entsprechenden Unterlagen, wie beispielsweise einer BWA und einer Gewinn- und Verlustrechnung, unterlegt.

Wie beim gewöhnlichen Ratenkredit wird auch eine SCHUFA Auskunft eingeholt, daher ist ebenfalls eine gute Bonität erforderlich. Die Chancen auf eine Kreditgewährung steigen mit einem guten Bonitätsscore. Schließlich möchte der Kreditgeber sicher sein, dass der Selbstständige oder Freiberufler die Raten auch stemmen kann. Außerdem zeigt der Score an, wie wahrscheinlich eine Rückzahlung des Kredits ist. Neben der SCHUFA bewertet jede Bank den Kreditnehmer auch noch individuell anhand seiner Einnahmen und Ausgaben. Nur wenn die monatlich zur Verfügung stehende Summe ausreicht, um nicht nur die Raten zu decken, sondern wenn auch ein entsprechender Puffer über bleibt, wird der Kredit bewilligt.

Unterschiede bonitätsabhängige und bonitätsunabhängige Zinsen

Maßgeblich verantwortlich für günstige Kredite ist die Höhe des Effektivzinses. In unserem Vergleichsrechner wird all denjenigen, die günstige Kredite suchen, auf einen Blick angezeigt, wie hoch der Jahreszinssatz ist. Dafür muss der User lediglich die gewünschte Darlehenssumme und die Laufzeit wählen. Nach nur wenigen Klicks erscheint eine Liste mit den günstigsten Kreditangeboten und den besten Zinsen.

Da allerdings viele Kreditgeber einen bonitätsabhängigen Zinssatz anbieten, gibt es immer eine Spanne in den Zinsen. Das liegt daran, dass Kunden mit einer sehr guten SCHUFA und somit Bonität mit besseren Zinsen belohnt werden als Kunden mit einem schlechten SCHUFA Wert. Das ist in der Tatsache begründet, dass die Ausfallwahrscheinlichkeit des Kredits mit einem schlechten SCHUFA Score steigt. Dieses vermehrte Risiko lassen sich die Banken mit einem höheren Zinssatz vergüten. Selten gibt es Kreditangebote, die bonitätsunabhängig sind, diese stehen aber oftmals nicht als Geschäftskredit zur Verfügung.

Kreditarten: Welche eignen sich als Geschäftskredit?

Bei der Wahl des Kredits kommt es maßgeblich drauf an, ob der Kredit für das Unternehmen oder für eine private Anschaffung genutzt werden soll. Im Jahr 2016 beträgt das Gesamtkreditvolumen bei Geschäftskrediten geschätzte 345 Millionen Euro. Bis zum Jahr 2020 wird ein Betrag von 13.252,5 Millionen Euro erwartet, was einem jährlichen Wachstum in der Zeit von 2016 bis 2020 von 148,96 Prozent entspricht.[i] Bei Geschäftskrediten kann unter den folgenden Kreditarten unterschieden werden:

  • Kontokorrentkredit: der Kontokorrentkredit ist ein Überziehungskredit des Geschäftskontos, für welches ein Unternehmen allerdings Sicherheiten abgeben muss. Er dient wegen seines hohen Zinssatzes überwiegend ausschließlich dafür, um kurzfristige Engpässe in der Liquidität zu überbrücken.
  • Investitionskredit: er ist das Gegenteil vom Kontokorrentkredit und dient langfristigen Finanzierungen von Investitionsgütern, wie beispielsweise Fertigungsanlagen oder Lagerhallen. Hier erfolgt die Besicherung entweder über das Investitionsgut selbst oder durch eine Grundschuldeintragung.
  • Aval: ein Aval ist kein klassischer Kredit, sondern dabei handelt es sich um eine Art Bürgschaft der Bank. Er wird zum Beispiel anstatt einer Echtgeld-Kaution verwendet. Trotzdem erfolgt hier die gleiche Bonitätsprüfung wie bei jedem anderen Ratenkredit auch. Der Aval mindert die Kreditmöglichkeit eines Unternehmens, dafür sind allerdings keine liquiden Mittel für die Stellung einer Kaution oder Ähnliches gebunden.
  • Factoring: auch der Ankauf von Forderungen ist eine Kreditart. Dabei kauft der sogenannte Factor Forderungen eines Unternehmens unter Abzug einer entsprechenden Gebühr an und gewährt dem Unternehmen einen Kredit in dieser Höhe.
  • Kredit von privat: wer Probleme hat einen Geschäftskredit genehmigt zu bekommen, kann sich auch an eine Kreditplattform wenden und dort von einem privaten Investor einen Kredit erhalten.

[i] https://de.statista.com/outlook/297/137/business-finance/deutschland#market-transactionValue