Günstige Kredite – darauf ist zu achten

Wer eine dringende Anschaffung machen muss und nicht das nötige Kleingeld parat hat, wird vermutlich nach günstigen Krediten suchen. Hierfür kann der Konsument natürlich einen Verbraucherkredit in einer Direktbank oder in der Filialbank vor Ort nutzen. Meistens handelt es sich dabei um sogenannte Ratenkredite, die in gleichbleibenden Monatsraten über eine zuvor festgelegte Laufzeit an das Kreditinstitut zurückgezahlt werden. Ein klassischer Konsumentenkredit ist nicht zweckgebunden und kann für fast jeden Anschaffungswunsch verwendet werden. Allerdings raten Experten dem Verbraucher, wenn er einen günstigen Kredit finden möchte, einen Kreditvergleich vorzunehmen. Schließlich führen bereits geringe Unterschiede im Zinssatz dazu, dass der Kunde einen erheblichen Mehrbetrag aufwenden muss bei gleicher Kredithöhe und Lauflänge. Worauf ist bei der Wahl eines günstigen Kredits zu achten?

Tipp 1: Möglichst kurze Laufzeit wählen

Ein Ratenkredit kann über eine Laufzeit von zwölf bis zu 120 Monaten abgeschlossen werden. Die Faustregel lautet: je kürzer die Laufzeit, desto höher ist die monatliche Belastung. Das verleitet viele Verbraucher dazu, bei einem Kredit eine längere Laufzeit zu wählen. Doch dadurch zahlen sie auch deutlich mehr Zinsen! Um die Zinskosten zu senken, sollte die Laufzeit eines Kredits daher so kurz wie möglich gewählt werden. Selbst dann, wenn der Zinssatz für eine längere Zinsbindung niedriger ist. Drei Prozent effektiver Jahreszins für eine Laufzeit von 24 Monaten verursacht höhere Zinskosten als ein Kredit für zwölf Monate mit vier Prozent. Bei 1000 Euro macht dies einen Unterschied von zehn Euro aus. Übrigens entscheiden sich immer mehr Verbraucher für einen Ratenkredit: lag das Kreditvolumen im Dezember 2014 noch bei 5,371 Millionen Euro, so erhöhte es sich im Mai 2016 auf 8,244 Millionen Euro – und das, obwohl der Zinssatz von 6,01 Prozent im Dezember 2014 auf 6,22 Prozent im Mai 2016 stieg.[i]

Tipp 2: Möglichst rasch ablösen

Wer zwischenzeitlich zu Geld gekommen ist, zum Beispiel durch eine unerwartete Erbschaft, der sollte dieses sofort nutzen, um den Kredit vorzeitig zurückzuzahlen. Schließlich sind Ratenkredite jederzeit kündbar. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass unter Umständen eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt. Sie ist aber gesetzlich gedeckelt und sinkt sogar, falls die verbleibende Kreditlaufzeit zwölf Monate oder weniger beträgt.

Tipp 3: Daten bei der SCHUFA kontrollieren

Bevor ein Kreditinstitut einen Kredit vergibt, überprüft dieses die Wahrscheinlichkeit der Darlehensrückzahlung, indem sie eine Auskunft bei der SCHUFA einholt. Handelt es sich um einen sogenannten bonitätsabhängigen Kredit, so entscheidet der Bonitätsscore zudem auch noch über die Zinshöhe. Je höher dieser ist, desto geringer ist auch die statistische Ausfallwahrscheinlichkeit des Darlehens. An diese Ausfallwahrscheinlichkeit wird der Zinssatz gekoppelt. Ein Kreditnehmer, bei dem die Bank mit nur einem geringen Risiko rechnet, kann somit von einem besseren Zinssatz profitieren. Allerdings ist es auch so, dass in der SCHUFA nicht selten Fehler enthalten sind. Um dies herauszufinden, raten Experten den Verbrauchern, dass sie von dem Recht einer einmal jährlichen kostenlosen Eigenauskunft Gebrauch machen sollten und etwaige Fehler sofort melden. Am besten erfolgt dies auf dem Schriftwege mit den entsprechenden Belegen, die beweisen, dass der Eintrag fehlerhaft ist.

Tipp 4: Konditionsanfrage stellen

Holt die Bank im Zuge einer Bonitätsprüfung eine SCHUFA Auskunft über einen potenziellen Kunden ein, so kann selbst diese Auskunft bereits einen schlechteren Bonitätsscore erwirken. Schließlich gibt es zwei Arten von Anfragen:

  1. die reguläre Kreditanfrage
  2. die Konditionsabfrage

Bei einer Kreditanfrage speichert die SCHUFA die Daten und teilt diese Anfrage bei künftigen Abfragen mit – dies wird negativ bewertet, da es so aussieht, als wenn der Kreditwunsch abgelehnt wurde. Bei einer zu uns infrage hingegen ist das nicht so, denn hier werden die Daten nicht mitgeteilt und haben daher keinen negativen Einfluss auf die Bonität.

Tipp 5: Restschuldversicherungen meiden

Auch wenn es noch so verlockend klingt, die Kreditrate gegen Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit abzusichern – die Restschuldversicherung ist sehr teuer und wird oftmals deshalb angeboten, damit der Ertrag für den Kreditgeber oder Vermittler steigt. Ist in dem potenziellen Kredit eine Restschuldversicherung enthalten, raten Experten dieser zu widersprechen. Für den Kreditgeber ist das ein willkommenes zusätzliches Geschäft und gleichzeitig sinkt für ihn auch noch das Ausfallrisiko. Für den Kreditnehmer hingegen sind die Leistungen meist überschaubar und der Versicherer zahlt nur für einen befristeten Zeitraum. Außerdem gibt es so viele Ausschlusskriterien, dass nicht selten der Versicherte trotzdem leer ausgeht. Daher raten Experten, solch eine Versicherung nicht abzuschließen.

 

[i] https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Statistiken/Ausgewaehlte_Stichworte/_functions/glossar.html?lv2=21166&lv3=62908