Kreditsicherheiten – welche Sicherheiten verlangen Banken?

Immer häufiger verlangen Kreditinstitute im Rahmen einer Finanzierung Sicherheiten zugunsten der Kreditgeber. Dabei kann es sich um persönliche Sicherheiten handeln, wie beispielsweise eine Bürgschaft oder aber um sachbezogene Sicherheiten wie eine Hypothek oder Grundschuld. Welche Kreditsicherung in Betracht kommt, hängt davon ab, über welche Vermögenswerte der Kreditnehmer verfügt. Liegt kein entsprechend hohes Einkommen vor, vergibt keine Bank einen Kredit ohne die Stellung von Kreditsicherheiten. So wird beispielsweise bei einer Baufinanzierung die Immobilie mit einer Grundschuld eingetragen und dient somit selbst als Kreditsicherheit. Dasselbe gilt bei einem Autokredit, bei dem die Bank die Zulassungspapiere behält.

Welche Sicherungsformen gibt es?

Grundsätzlich kann unter zwei Arten von Kreditsicherheiten unterschieden werden:

  1. Personensicherheiten
  2. Sachsicherheiten

Bei einer Personensicherheit haftet zusätzlich zum Kreditnehmer noch ein dritter Vertragspartner für die Schuld. Das kann beispielsweise ein Bürge oder ein zweiter Kreditnehmer sein. Dahingegen basieren Realsicherheiten auf Sachwerte – sie kommen überwiegend bei Sicherungsübereignungen in Verwendungen und bei Pfandrechten, wie beispielsweise bei einem Autokredit und einem Baukredit zum Einsatz.

Ein wichtiges Kriterium ist die Abhängigkeit vom Forderungsbestand. So gibt es Sicherheiten, die direkt mit dem Kredit verknüpft sind und welche erlöschen, wenn das Darlehen getilgt ist – die sogenannte akzessorische Sicherheit, wie beispielsweise eine Bürgschaft. Andere Sicherheiten sind nicht von einer bestehenden Forderung abhängig bleiben weiterhin bestehen – die fiduziarische oder praktische Sicherheit. Damit werden beispielsweise die Grundschuld, die Sicherungsübereignung und Garantien bezeichnet.

Gehaltsabtretung bei Arbeitnehmern und Rentnern

Eine oftmals eingesetzte Kreditsicherheit ist Gehaltsabtretung bei einem Arbeitnehmer. Rentner können dahingegen ihre Rentenansprüche abtreten. Gerät der Schuldner in Zahlungsrückstand, so kann der Gläubiger dessen Gehalt oder Rente entsprechend pfänden. Da solch eine Pfändung für die Bank mit erheblichen Kosten verbunden ist und sehr zeitaufwendig ist, ist diese oftmals zu einer Einigung bereit. Das kann beispielsweise die Vereinbarung einer Zahlpause sein, die Verlängerung der Laufzeit oder eine Aussetzung der Tilgung. Die Gehaltsabtretung ist zwar eine oft verwendete Sicherungsvariante, jedoch steht die Pfändung erst ganz am Ende alle anderen Optionen. Zu beachten ist, dass Arbeitsverträge oder Tarifverträge Forderungsabtretungen vertraglich ausschließen können.

Zweiter Kreditnehmer oder Bürgschaft

Reichen alle weiteren Sicherheiten des potenziellen Kreditnehmers für den Kredit nicht aus, so kann der Kreditgeber einen zweiten Kreditnehmer mit hineinnehmen – in der Regel ist dies der Ehepartner oder Lebenspartner. Voraussetzung ist, dass dieser über eine entsprechende Bonität und über ein regelmäßiges Einkommen verfügt. Diese Sicherungsform wird auch Schuldbeitritt genannt, da hier eine weitere Person gleichzeitig mit dem Schuldner für die Forderung haftet, wodurch eine gesamtschuldnerische Haftung entsteht. Eine weitere Alternative ist der Bürge, der dann einspringt, wenn die Raten nicht mehr gezahlt werden. In diesem Fall wird mit dem Bürgen und der Bank ein Bürgschaftsvertrag abgeschlossen. Die Bürgschaft endet dann, wenn der Kredit vollkommen zurückgezahlt ist. Somit gehören die Bürgschaft und der Bürge zu den akzessorischen Sicherheiten, die stets an eine Forderung gekoppelt sind. Der Schuldbeitritt und die Garantie sind Formen, die der Bürgschaft sehr ähnlich sind. Im Fall einer Garantie gibt es den sogenannten Garantiegeber – er tritt für die Rückzahlung des Kredits ein und garantiert, für alle Schäden aufzukommen.

Sicherungsübereignung

Die Sicherungsübereignung ist eine der weiteren gängigsten Sicherheitsformen. Am bekanntesten ist sie vermutlich beim Autokredit: in diesem Fall stellt das Auto das Sicherheitsgut dar. Der Kreditnehmer bleibt im Rahmen einer Sicherungsübereignung stets Besitzer des Gutes und darf es daher nutzen. Eigentümer ist allerdings der Kreditgeber – somit das Kreditinstitut. Diese Verfahrensweise wird auch treuhänderisches Eigentum genannt. Bei einem Auto ist es beispielsweise üblich, dass der Kreditgeber die Zulassungsbescheinigung Teil II behält.

Kreditsicherheiten: Verpfändung

Eine Pfändung ist ähnlich der Sicherungsübereignung geregelt – nur umgekehrt. Hier bleibt der Kreditnehmer Eigentümer und der Kreditgeber wird Besitzer. Er kann das Pfand verwerten, bis der Kredit vollständig zurückgezahlt wurde. Verwendbare Objekte können Schmuck, Gold, Computer, Handys und vieles mehr sein. Die Gegenstände werden meistens dem Kreditgeber übergeben.

Restschuldversicherung

Eine Restschuldversicherung bewahrt Verwandte davor im Falle eines Todes des Kreditnehmers auf den Schulden sitzen zu bleiben. In solch einem Fall deckt die Versicherung die noch bestehenden Schulden ab und somit müssen die Verwandten nicht die finanzielle Belastung weiter tragen. Wichtig ist dies dann, wenn der Versicherte der Hauptverdiener des Haushaltes war. Außerdem tritt die Versicherung dann ein, wenn aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit die Zahlung der Raten nicht mehr gegeben ist. Im Jahr 2009 betrug in Deutschland die durchschnittliche Höhe von neu abgeschlossenen Restschuldversicherungen 11.600 Euro – ein Marktanteil im Vergleich zu den Lebensversicherungen von 2,9 Prozent.[i] Die Versicherung wird von Verbraucherschützern häufig wegen ihrer Vertriebsmethode kritisiert. Denn die Provision für den Kreditgeber bzw. Kreditvermittler ist relativ hoch und die Kosten machen sich spürbar bemerkbar. Allerdings wird der Abschluss solch einer Rechtsschutzversicherung nur bei den wenigsten Banken zu einem besseren Bonitätsscoring führen oder für eine Besicherung der Schuld anerkannt.

Kreditsicherheiten: Grundschuld

Bei unbeweglichen Vermögen, wie beispielsweise Grundstücke oder Gebäude, greift das sogenannte Grundpfandrecht. Es kommt beispielsweise bei jeder Finanzierung zum Einsatz und wird im Grundbuch festgeschrieben. Dabei ist zu unterscheiden zwischen einer Hypothek und einer Grundschuld, die sich beide als Kreditsicherheiten eignen. Die Hypothek ist an eine Bankforderung gebunden und gehört damit zu den akzessorischen Sicherheiten. Ist das Darlehen getilgt, so erlischt auch die Hypothek. Daher nennt man solche Darlehen auch Hypothekendarlehen. Im anderen Fall, wenn der Kreditnehmer die Raten nicht bedienen kann, hat der Darlehensgeber die Möglichkeit, das Grundstück zwangsversteigern zu lassen. Bei der Grundschuld hingegen bleibt diese auch dann noch bestehen, wenn der Kredit längst zurückgezahlt ist. Eine Grundschuld ist leichter zu handhaben und mit deutlich weniger Kosten verbunden, wird später ein neues Darlehen aufgenommen. Der Kreditgeber kann dann ganz einfach auf die bereits eingetragene Grundschuld zurückgreifen.

Forderungsabtretung

Die Forderungsabtretung ist eine weitere Option der Kreditsicherung. Bei ihr dienen bestehende Forderungen des Kreditnehmers als Bankensicherheit. Somit erfolgt ein Wechsel des Gläubigers und diese gehen an die Bank oder Sparkasse über. In diesem Fall wird der neue Gläubiger auch als Zessionar bezeichnet. Ebenfalls möglich ist eine sogenannte stille Abtretung: dann zahlen die Drittschuldner wie gewohnt an ihren Gläubiger, der wiederum diese Zahlungen an seinen Darlehensgeber weiterleitet. Der Vorteil: der Drittschuldner erfährt nicht von der Sicherungsabtretung. Bei einer offenen Abtretung hingegen wird der Drittschuldner von dem Vorgang in Kenntnis gesetzt und er zahlt direkt an die Bank. Abgetretene Forderungen sind auch künftige Rechte, wie beispielsweise Gehalts- und Lohnzahlungen, Forderungen aus Lebensversicherungen, aus Sparguthaben oder aus Mietverhältnissen.

[i] https://de.wikipedia.org/wiki/Restschuldversicherung