Kreditvergleich ja – aber richtig!

Der Kreditmarkt in Deutschland ist in den letzten 15 Jahren von etwa 450.000 Milliarden (!) auf über 1.100.000 Milliarden Euro angewachsen. Das ist die Summe, die die Deutschen von Banken als Privatdarlehen aufgenommen haben. Würde man annehmen, dass durch einen sorgfältig durchgeführten Kreditvergleich nur 0.5% (!) eingespart werden könnten, würde dieses etwa einer jährlichen Ersparnis von 5.5 Milliarden (!) Euro entsprechen.

Grund genug das Thema Kreditvergleich zu beleuchten. Wir haben hier die wichtigsten Tipps und Tricks mit Hintergrundwissen aus dem Bankgeschäft zusammengestellt. Denn nur mit Wissen und Know How bewegt man sich langfristig auf der Gewinnerseite.

 

 

Ein Kredit besteht aus mehreren Komponenten

Viele Kreditnehmer sind der Meinung, dass es ausreicht, die in der Werbung angepriesenen Zinsen zu vergleichen und damit automatisch das günstigste Kreditangebot in der Hand zu haben. Der angepriesene Zins kann zwar ein Indiz auf den dann letztendlich vereinbarten Zins sein, mehr aber auch nicht.

Bei einem Kredit kommt es erstens auf die Kredithöhe, Kreditlaufzeit und damit verbunden natürlich auch die Rate an. Die Rate besteht wiederum aus dem Zinssatz und dem Prozentsatz oder effektiven Betrag der Rückzahlung. Wenn man mit dem Kreditrechner einige Zahlenspiele macht, wird man sehr schnell sehen, dass der Zinssatz mit der Kreditlaufzeit steigt. Je kürzer die Laufzeit umso niedriger ist der der Zins und je länger umso höher ist der Zins. Dieses Verhältnis spiegelt die Erwartung des Marktes wieder, der in der aktuellen Niedrigzinsphase damit rechnet, dass die Zinsen langfristig wieder steigen werden. Möchte man sich also langfristig einen Kredit sichern ist die Erwartungshaltung auf steigende Zinsen mit eingepreist.

Bei einem Kreditvergleich ist es nun eine Gewissensfrage, ob man eine nur kurzfristige Zinsbindung und Laufzeit vereinbart und damit sehr günstige Zinsen sichert oder ob langfristig auf Nummer sicher geht.

Zins ist nicht gleich Zins

Grundsätzlich ist bei einem Kreditvergleich darauf zu achten, dass man den Zins richtig deutet. Es wird einerseits der Sollzins genannt, andererseits ist auch der effektive Jahreszins zu sehen. Der effektive jahreszins muss nach der Preisangabenverordnung von jedem gewerblichen Kreditgeber ausgewiesen werden. Im effektiven Jahreszins enthalten sind die gesamten Gebühren, die eine Bank einmalig zusätzlich zum normalen Zins mit der Kreditvergabe berechnen darf. Spricht man vom anfänglichen effektiven Jahreszins, dann sind die Gebühren in das erste Jahr der Kreditlaufzeit eingerechnet, spricht man vom effektiven Jahreszins, dann sind die Gebühren auf die gesamte Kreditlaufzeit umgerechnet. Da die Gebühren von Bank zu Bank differieren, ist die maßgebliche Zahl bei einem Kreditverglich immer der effektive Jahreszins.

Der Zins kann sich im konkreten Fall ändern

Wenn eine Bank einen Kredit vergibt, muss sich die Bank natürlich auch refinanzieren. Das bedeutet, eine Bank nimmt selbst einen Kredit auf, rechnet ihren kalkulatorischen Gewinn und einen individuellen Risikoaufschlag hinzu. Daraus ergibt sich dann der Zins, den eine Bank dem Kunden bei einem Kredit berechnet. Nun ist der Risikoaufschlag bei jedem Kunden anders. Das hängt einerseits mit dem Verwendungszweck des Kredites zusammen, andererseits mit persönlichen Einflussfaktoren des Kreditnehmers. der letztendlich seine Bonität ausmacht. So wird ein Beamter, der einen sicheren Beruf bei einem sicheren Arbeitgeber ausübt und eine Immobilie finanzieren möchte, die als Kreditsicherheit dient einen sehr günstigen Kredit erhalten. Deutlich günstiger als z.B. ein Selbständiger, der keine regelmäßigen Einkünfte erzielt und einen Kredit als Arbeitskapital für seine Tätigkeit aufnehmen möchte. Der Unterschied ist das Risiko, das ein Kreditgeber mit jeder Kreditvergabe zwangsläufig eingeht. Je höher das Kreditausfallrisiko, umso höher ist auch der Risikoaufschlag, den eine Bank errechnet.

Nun ähneln sich sicherlich die Berechnungsmodelle der einzelnen Banken, wie das individuelle Risiko eingepreist wird, aber eben nur ähneln. Jede Bank hat unterschiedliche Erfahrungen und berechnet unterschiedliche Risikoaufschläge.

Es reicht also nicht pauschal die Werbepreise zu vergleichen, es sind allenfalls Anhaltspunkte.

Arbeit für Profis

Wer also den Kreditvergleich ernst nimmt, sollte bei jeder Bank den individuellen Zins errechnen lassen. Diese aber nicht im Lauf eines Jahres, sondern zeitgleich! Banken refinanzieren sich individuell bei der Bundesbank, bzw. bei der EZB.  Die Laufzeiten der Refinanzierung sind dabei der Kreditlaufzeit des Endkunden angeglichen und genauso individuell sind die Zinsen, die sich mit der finanzpolitischen Situation aber auch laufend ändern können. Wer also wirklich vergleichen will, muss den Vergleich zeitgleich oder zumindest zeitnah durchführen.

Die meisten Kreditnehmer scheitern an dieser Mammutaufgabe und holen sich nur bei der Hausbank ein Angebot ein. 0.5% Zinsvorteil zu erwirtschaften, wie eingangserwähnt, ist meistens keine große Hürde, wir aber in der Regel aus mangelnder Erfahrung vernachlässigt.

Die Lösung für einen Kreditvergleich ist, die Aufgabe einem professionellen Kreditvermittler in die Hand zu geben, der den Vergleich kostenlos durchführt.